Highways to Health or Hell?

Im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin (LVG & AFS Niedersachsen) ging es vor allem um um die Digitalisierung von Gesundheitsförderung und Prävention. Während in der Gesundheitsversorgung digitale Anwendungen und Hilfsmittel stark vorangetrieben werden, stehen die Entwicklungen in der Gesundheitsförderung und Prävention noch an ihren Anfängen oder fokussieren vor allem auf das individuelle Verhalten (z. B. Tracking devices zur Förderung von körperlicher Aktivität).

Die Tagung diente somit vor allem der Momentaufnahme und der kritischen Auseinandersetzung mit den aktuellen Entwicklungen. Im Rahmen eines Vortrages konnte ich den aktuellen Stand der Forschung und Praxis spielerischer Ansätze der Gesundheitsförderung und Prävention vorstellen. Folgende Kernbotschaften waren hierbaus aus meiner Sicht wichtig:

  • Die Wirkungen von Videospielen sind vielfältig und umfassen positive wie negative Potential für die Gesundheit. Ihre strikte Pathologisierung ist ebenso wenig haltbar wie ihre Glorifizierung.
  • Digitalisierung im Allgemeinen sowie Spiele im Besonderen neigen zur Individualisierung von Gesundheit. Spielerische Ansätze in der Gesundheitsförderung und Prävention sollten neben dem Verhalten auch die Verhältnisse adressieren.
  • Durch den vereinzelten Einsatz von Gamifizierungselementen wird der „innere Schweinehund“ auf dem Weg zu mehr Gesundheit allenfalls kurzfristig besiegt. Es bedarf daher einer systematischen Verknüpfung von Lern- und Spielinhalten.
  • Der Transfer von im Spiel erlernten Fähugkeiten und Kenntnissen in den Alltag (also dort, wo gesundheitliche Entscheidungen getroffen werden), erfordert spielerische Anwendungen, die reale und virtuelle Aktivitäten miteinander verbinden.

Einen Einblick in die Tagung und meinen Vortrag gibt es hier: